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24.12.2018

Weihnachtsachter 2018

Die Vorbereitungen für diesen so beliebten Clubanlass liefen auch dieses Jahr rechtzeitig an. Darunter fallen die Bewilligung der Wasserschutzpolizei, die Rücksprache mit dem Storchen, „unserer“ Wirtin usw. Von all dem bekommen die meisten Besucher nicht viel mit und es ist erfreulich, dass sich viele, wie gewünscht, auch formell anmeldeten. Lange war dann am 24.12. unklar, ob die Fahrten mit den Achtern überhaupt stattfinden konnten, denn in der Nacht hatte ein Wintersturm die Herrschaft über Zürich und Umgebung übernommen, rüttelte an den Läden und am Schlaf, wühlte den See mit grossen Wellen auf. Die grossen Regenmengen, welche ja für die Natur dringend notwendig sind, stören den Anlass weniger als das andere. Der Berichterstatter überprüfte dann im Internet die mutmasslichen Windprognosen und diese versprachen je länger je mehr ein durchaus friedliches Bild, indem gegen den Morgen hin der Wind wahrscheinlich müde von seinem nächtlichen Wüten im Laufe des Morgens schlafen gehen wollte.

Wer seit längerem nicht mehr im Bootshaus war, bemerkte sofort, dass die Bauabschrankungen mit dem gesteigerten Gemeingebrauch des Gehweges nicht mehr vorhanden sind. Bei der Türe fällt auf, dass diese auf der andern Seite angeschlagen wurde und neu, um eine allfällige notwendige Flucht nicht zu behindern, nach aussen aufgeht. Die Klingelanlage aus Aluminium mit dem kleinen fotografischen Auge wird wahrscheinlich am wenigsten aufgefallen sein. Doch warum dieses Auge ist, wurde, sofern man die Ankündigung nicht mitbekommen hat, bald klar. Simon Steng, dir sei auch an dieser Stelle besten Dank zuteil, bat nämlich alle noch nicht erfassten Neuankömmlinge ihr Handflächen erfassen zu lassen. Dabei wird nicht wie bei einem Fingerabdruck die Haut eingelesen, sondern die feine Struktur der Venen, welche das ganze Leben unverändert bleiben, ausser dass sie etwas wachsen. Hat das geklappt, hat derjenige den Schlüssel zum Bootshaus immer bei sich und es ist nicht nur ein Stückchen inneres Herz, sondern eben auch ein Teil der Hand dauernd im Bootshaus.

Alice Gehring und viele Helfer haben das Clubzimmer mit zusätzlichen Klapptischen und Bänken versehen und die Tische einladend geschmückt. Der Holzboden wurde im Rahmen der Bauarbeiten abgeschliffen und neu versigelt und erstrahlte so in neuem Glanz. Um zu verhindern, dass bereits wieder Kratzer entstehen, wurden die Bodenauflagen mit Karton etc. geschützt. Einen ganz kurzen Moment erschien mir ein nicht zu mir passender Gedanke, nämlich die Mitgliedschaft auf Frauen auszudehnen, denn dann könnten diese solche Schutzmäntelchen herstellen, wie ich sie einst Amerika gesehen habe.

Doch nach dem Motto, selbst ist der Mann, wenn auch allenfalls mit weiblicher Hilfe, wird es sicher eine praktikable Lösung geben, welche inskünftig für drinnen und draussen geeignet ist. Lange lebe unser Boden ohne Kratzer.

Auf dem Schiffsanlegesteg beim Storchen amtete der Präsident, bewaffnet mit dem schönen, blauweissen Bootshacken, seines Amtes und half den Achtern (es waren 9 Boote) richtig anzulegen, so dass die Mannen mit Glühwein und den feinen Storchen-Schinkelgipfeln (übrigens keiner war auf die falsche Seite gebogen) bedient werden konnten, derweil jüngere Teilnehmer oder auf Wunsch Punsch erhielten. Der Service beim Storchen war wie immer sehr gut. Besonders die ältere der beiden Servierdamen, welche unseren Anlass seit einigen Jahren betreut, verwöhnte uns einmal mehr mit grossem Charme. Auch ihr sowie ihrer jüngeren Kollegin sei an dieser Stelle herzlich gedankt. Da bedingt durch die Witterung kein Tisch auf den Steg gestellt werden konnte, waren die beiden Storchen-Damen jedoch froh, dass der Aktuar sowie der Ehrengast vom Basler Ruderclub beim Verteilen mithalfen und die grossen Glasbecher allesamt wieder zurück ins Hotel fanden. Dabei konnte speziell der Aktuar sein Morgenturnprogramm mit Kniebeugen absolvieren und seine grosse Balancekunst mit den vollen Tablets unter Beweis stellen. Gut geklappt hat auch, dass die Landgänger oder Angehörige ebenfalls sehr generös Verpflegung erhielten. Den Verantwortlichen des Hotel Storchens und allen Helfern samt den Leuten in der Küche sei herzlich gedankt, dass wir diese Tradition alle Jahre wieder weiterführen dürfen. Wir kommen (auch sonst im Jahr) immer sehr gerne wieder an diesen wunderschönen und stets so gastfreundlichen Ort im Herzen von Zürich.

Der Schreibende benützte dann die Gelegenheit, mit dem Polizeiboot zurückfahren zu dürfen. Dabei vermisste er die sonst jeweils in „Hundertschaften“ vorhandenen Blesshühner, welche sonst so laut schnatternd und das Wasser in Bewegung bringend auf die Seite auswichen. Wie die Ruderer konnte jedoch der Blick auf die schöne Altstadt genossen werden.

Wenn man so quasi dienstlich fast als letzter im Bootshaus eintrifft, herrscht jedoch bereits ein grosser Lärm durch die lebhaften Gespräche der über 100 Teilnehmer und ein Platz lässt sich jeweils nicht mehr so leicht finden. Durch den Umbau wurde der bisher als Trainerzimmer verwendete Erkerraum vom Clubzimmer her zugänglich. Dort ist es auch etwas ruhiger, so dass dort die Ehrengäste und der Aktuar auf Geheiss des Präsidenten Platz nehmen konnten. Nach dem Salat und dem wiederum ausgezeichneten und nett hergerichtetem warmen Fleischkäse mit angereicherten Kartoffelsalat (vielen Dank an die Küchenhelfer und die Jungen, welche im Service tatkräftig mitwirkten) gelang es dann dem Präsidenten mit seiner Glock allmählich Ruhe in die Räume zu bringen. Dabei dankte er dieses Jahr insbesondere denjenigen Heinzelmännchen, welche am Umbau entweder mit selber Handanlegen und/oder finanzieller Unterstützung dieses Jahrhundertwerk überhaupt erst ermöglicht haben. Speziell wurden die Hauptverantwortlichen an der Front, nämlich Theo Schaub und Reto Pierino gewürdigt ebenso die weiteren Mitglieder der Baukommission, der Finanzkommission, Andres Iten als Präsident des Fördervereins, Christoph Braun, Dominic Schaub, Beat Rinderknecht, Fabio Ananstasia, Werner Rüegg und Robin Pearson welche die Bootshalle und den Kraftraum in ein neues Jahrhundert brachten etc. Der Schreibende hatte evtl. nicht alle Namen mitbekommen und diejenigen, welche hier nicht erwähnt wurden, mögen ihm dies verzeihen. Gleichzeitig stellte Tobias Fankhauser die Ehrengäste, nämlich den Präsidenten des Seeclubs Zürich, Markus Lüönd sowie den Präsidenten des Basler Ruderclubs Valentin Vonder Mühll vor. Nicht als Ehrengast, sondern als künftiger Bootshauswart wurde Farhad Karimian vorgestellt, welcher ab ca. August 2019 als gute Seele im Bootshaus walten und für Ordnung sorgen wird. Der Präsident hat Farhad diesbezüglich eine spezielle Licence to chase erteilt. Also aufgepasst liebe (unordentlichen) Mitglieder!

Mit dem Umbau ergab sich plötzlich die Chance, die Bootshalle, welche auch in die Jahre gekommen ist, umzugestalten und zusätzlichen Platz für Boote zu schaffen, die Ergometer besser zu platzieren etc. Hier leistete, wie bereits erwähnt, Christoph Braun einen unermüdlichen Einsatz, ja opferte auch eine Woche Ferien und viele, viele freie Stunden. Leider konnte er nicht anwesend sein, doch hoffe ich, der grosse und langanhaltende Applaus habe ihn doch erreicht. Ja, Christoph, dein Einsatz bleibt unvergesslich. Danke!!! Diejenigen Heinzelmännchen, welche anwesend waren erhielten je eine weisse und blaue Rose sowie ein Fleischbrettchen mit entsprechender Inschrift.

Wie üblich wurden auch Preise vergeben, nämlich von Blue Blade an Gian-Luca Pierallini und Robin Dreher. Der Thomi Keller-Preis, er wäre dieses Jahr 94-jährig geworden ging dieses Jahr an Reto Meili. Er hat im Rudern einige Meriten geholt und war lange Zeit toller Erschaffer und Betreuer unserer Webseite. Reto freute sich sichtlich über den von ihm nicht erwarteten Preis. Herzliche Gratulation an die Preisträger.

Einmal mehr lockte unser Tobi Fankhauser hervorragende Künstler in unser Bootshaus. Der Tenor Christoph Homberger (www.hombissalon.ch) und die Pianistin Stefi Spinas (unsere First Lady) (www.ensemblemiror.ch) präsentierten hervorragend wunderschön charmante Lieder von Georg Kreisler. Dabei durften alle Anwesenden beim Refrain Stille Nacht, heilige Nacht mitsingen und waren fast ein wenig enttäuscht, dass sie nicht mehr weiter singen durften.

Den wunderbaren Künstlern und unserem Tobi für diese Verschönerung des Anlasses herzlichen Dank!!! Anschliessend wünschte der Präsident allen frohe Weihnachten und ein gutes 2019 und beendete so den Anlass.

Doch eine Stimme warb nochmals für Stille und erwähnte, Tobi leiste Ausserordentliches, investiere enorm viel Zeit in unseren Club, doch eines könne er nicht, nämlich sich selber danken. Das übernahm der Sprecher auch im Namen der Anwesenden und bat um einen Applaus, welcher dann volle Pulle mit Standing Ovation lange anhaltend einsetzt.

Es leben der Weihnachtsachter, euer Aktuar.

Ergänzungen für Nichtmitglieder der Ruder Sektion

Wie kam es zum Weihnachtsachter? Ganz genau weiss man das nicht mehr. Fest steht, dass Mitte der Vierzigerjahre am 24.Dezember ein Vierer unterwegs war. Wie genau wird sowieso verschwiegen, doch diese Ruderer kenterten. Abgesehen vom Nass werden, ist das nicht weiter schlimm, doch damals war nur ein ganz kleiner Oelofen im Bootshaus und dieser vermochte die Mannen nicht zu erwärmen. Nicht lange fackelnd dislozierten sie ins Hotel Storchen, um sich dort bei Speis und Trank aufzuwärmen. Gleichzeitig beschlossen sie, diesen Anlass auch künftig zu wiederholen, natürlich ohne Bad im Zürichsee. Wie im Hauptbericht erwähnt hatte Thomy Keller an diesem Tag Geburtstag und das trug dazu bei, künftig den Anlass für weitere zu öffnen mit dem Ziel mit einem Achter bis zur Anlegestelle beim Storchen zu rudern und dort einen Glühwein und einen Schinkelgipfel zu erhalten. Anschliessend sassen dann alle im Bootshaus zusammen und an dieser Tradition hat nichts geändert, es wird warmer Fleischkäse, Kartoffelsalat und Brot serviert. Ja, da ist jeweils etwas los im Bootshaus und es ist der grösste interne Anlass der Ruder Sektion.

 Der Scheibende wird im Verlaufe des 2019 seinen Eintritt in den GC vor 60 Jahren begehen. Diese Zahl ist insofern wichtig, weil vor 60 Jahren die Limmat noch ohne Bewilligung befahren werden konnte. Wann das Verbot in Kraft trat, weiss ich nicht mehr, spätestens dann, als beim Bauschänzli die grossen Tonnen mit dem Stopzeichen verankert wurden. Seither muss jeweils eine Bewilligung eingeholt werden bei der Wasserschutzpolizei. Diese hat verschiedene Bedingungen, so zum Beispiel, dass ab einer gewissen hohen Fliessgeschwindigkeit dann doch ein Verbot erlassen wird, dies natürlich zur Sicherheit der Ruderer. Ein anderer Verhinderer der Limmatfahrt ist der älteste Schweizer, er heisst Föhn und vermag dann den See dazu zu bringen, so hohe Wellen zu produzieren, dass ein Rudern nicht möglich ist. (Tell hatte ein anderes, breites Boot nicht so schmale Boote). 1968 als die Unruhen in Zürich waren, bat die Polizei darum, nicht in die Limmat zu fahren. Sie anerbot sich jedoch, an ihrem Standort im Seefeld Speis und Trank abzugeben, derweil bei Föhn eben ein lockeres Trainingsläufchen zum Storchen unternommen wurde.

Wie bereits erwähnt, ist es ein ganz schöner Anlass und ohne diesen wird bei vielen gar nicht recht Weihnacht.

Aktuar Heini Wiesendanger

GC Ruder Sektion